Voraussetzungen Hund:
Als Eingangsvoraussetzung für die Ausbildung wird ein guter Grundgehorsam des Hundes, sowie ein positives Sozialverhalten gegenüber Menschen und Artgenossen verlangt und geprüft. 

Folgende Vorraussetzungen sind wichtig (zum Teil im Laufe der Ausbildung zu erlangen):

  • freundliches Wesen gegenüber anderen Menschen
  • eher Gegenwart des Menschen suchend, berühren und streicheln meist erwünscht
  •  soziale Kompetenz unter Artgenossen (d.h. er kann andere Hunde treffen ohne übertriebene Erregung, Angst, Aggression zu zeigen)
  • Hund beherrscht Grundsignale: Sitz, Platz, Bleib, kann an lockerer Leine laufen (u.U. auch mit einer Fremdperson) und kann idR auch aus einer Spielsituation abgerufen werden
  • Hund verhält sich ruhig, wenn die Bezugsperson eine andere Person begrüsst, diese sich die Hände reichen und kurz miteinander sprechen
  • Hund verhält sich ruhig an der Seite seiner Bezugsperson in einer Gruppe lärmender, spielender, tobender Kinder/Jugendlicher (relativ hohe Toleranz- und Reizschwelle)
  • Hund kann von einer Fremdperson überall am körper berührt werden (auch Lefzen heben/Ohre gucken) ohne übertriebene Angst, Erregung, Aggression zu zeigen
  • Hund gibt Essen das er gefunden hat wieder ab
  • Hund kann einige Minuten unangeleint sitzen oder liegen, auch wenn die Bezugsperson sich entfernt (auch ausser Sicht)
  • Kontrollierbarer Jagdtrieb
  • Kein zu hohes Aktivitätsbedürfnis
  • nicht übermässig schreckhaft sein
  • Gepflegt, sauber, gesund, geimpft (Tollwut – 3-jährig), frei von Endo- und Ektoparasiten sein

Der Hund sollte bei der Abschlussprüfung ein Mindestalter von 18 Monaten haben. Er sollte körperlich gesund und je nach Rasse und/oder Vorbildung nicht älter als 6 Jahre sein.Die Praktische Prüfung muss nicht im gleichen Turnus abgehalten werden, falls der Hund noch zu jung ist. Sie kann im Folgejahr ohne den Kurs erneut belegen zu müssen durchgeführt werden.

Inhalte der Ausbildung:
Im Verlauf der theoretischen Ausbildung werden Kenntnisse in folgenden Bereichen vermittelt:

1.Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung

  • pädagogische und psychologische Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung
  • kulturhistorische Entwicklung des Zusammenlebens von Mensch und Tier

2. Grundlagen der tiergestützten Therapie

  • historische Einordung der tiergestützten Therapie
  • Definitionen und Abgenzungen und Wirkweisen tiergestützter Therapie
  • Die Aufgaben eines Therapiebegleithundes

3. Ethische Grundlagen

  • Tierschutzaspekte und Tierrecht
  • Richtlinien zum Einsatz von Tieren bei tiergestützten Aktivitäten und Therapien

4. Grundlagen der Projektorganisation

  • Rechtsgrundlagen: Gesetze und Verordnungen mit relevantem Bezug für die tiergestütze Therapie
  • Hygienerichtlinien für den Therapiebegleithundeeinsatz
  • Risikomanagement
  • Qualitätssicherung in der tiergestützten Therapie

5. Veterinärmedizinische Aspekte

  • Anatomie und Physiologie beim Hund
  • Schmerzpunkte beim Hund
  • Erste Hilfe Hund
  • Zoonosen

6. Verhaltensbiologische Aspekte

  • Die Entwicklung des Hundes / vom Welpen zum Junghund
  • Lernverhalten des Hundes
  • Soziale und kommunikative Verhaltensweisen des Hundes (Stresszeichen und Calming Signals)
  • Motivation für Verhalten: Lernen, Instinkt und Erfahrung

7. Auswahl und Ausbildung von Hunden in der tiergestützten Therapie

  • Auswahl geeigneter Hunde für die tiergestützte Therapie
  • Ausbildungsmethoden der positiven Bestärkung (Clickertraining)
  • Hundorientierte, tierfreundliche Anbahnung therapierelevanter Kompetenzen

8. Theorie und Praxis in Einsatzbereichen der tiergestützten Therapie

  • tiergestützte Therapie in der Geriatrie und Hospiz
  • tiergestützte Therapie in der Pädagogik
  • tiergestützte Therapie in der Mediation/Ergotherapie/Logopädie
  • tiergestützte Therapie und der handlungsorientierte Therapieansatz

In der praktischen Ausbildung des Hundes stehen folgende Elemente im Vordergrund:

  • Stärken & Schwächenanalyse im Eignungstest
  • Akzeptanz von Nähe und Bedrängen
  • Gewöhnung an therapierelevante Situationen
  • Konfrontation und Gewöhnung an menschliche Hilfsmittel
  • Beachten der natürlichen Bedürfnisse under rassespezifischen Eigenschaften
  • Clickertraining als Ausbildungsmethode der positiven Bestärkung
  • Erarbeitung der individuellen therapierelevanten Kompetenzen für den jeweiligen Arbeitsbereich des menschlichen Teampartners

Prüfung:
Die Prüfungen werden als schriftliche und praktische Prüfungen an einem Tag abgenommen.
Die schriftliche Abschlussprüfung enthält mind. 30 Fragen aus der vorausgegangenen theoretischen Wissensvermittlung.
Die praktische Überprüfung beurteilt das Verhalten des Mensch-Tier-Teams, u.a. im alltäglichen Umgang (Basisprüfung des Hundes). Verhalten gegenüber Menschen im direkten und indirekten Kontakt, auch in Sondersituationen, insbesondere bei Menschen mit auffälligen Verhaltensweisen, das Verhalten bei Futtergabe oder im Spiel (Fähigkeitsprüfung).
Des Weiteren wird die Fähigkeit des Menschen überprüft, die Kommunikationssignale insbesonder der möglichen Stresssignale seitens des Hundes zu erkennen und massgeblich darauf einzugehen (Fähigkeitsprüfung Mensch).
Zusätzlich wird eine Haus-/Projektarbeit (ca. 10-20 Seiten – bestehend aus der Planung, Durchführung und Reflexion eines Projektes 1 – 2 wöchigen Projektes) beurteilt.

Zertifizierung:
Nach erfolgreicher Absolvierung aller Seminarblöcke (mindestens 80% und aktive Teilnahme) und der Haus-/Projektarbeit sowie des Bestehens der schriftlichen und praktischen Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat in Tiergestützter Therapie und sind berechtigt den Titel „Therapiebegleithunde-Team“ zu führen.
Es wird geraten sich das Zertifikat durch eine Nachkontrolle alle 18 Monate verlängern zu lassen, da Hunde sich durch Unfälle, Traumata oder Krankheiten in ihrem Verhalten ändern können und möglicherweise dadurch die Eignung nicht mehr gegeben ist. 

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